Facharzt für Orthopädie
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Hüftdysplasie

Zur Früherkennung verpflichtet!

Die Dysplasie (Fehlentwicklung) der Hüfte gehört zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen des Skelettsystems. Sie wird in Deutschland bei 2 - 4% aller Geburten beobachtet.

Anatomisch gesehen besteht das Hüftgelenk des Säuglings aus der Hüftgelenkspfanne und dem Hüftkopf, die in der Form genau aufeinander abgestimmt sind.  Im Gegensatz zum Hüftkopf des Erwachsenen  ist der kindliche Hüftkopf noch nicht verknöchert, sondern besteht aus weichem, formbaren Knorpel. Auch die Hüftpfanne ist weich und durch ihren knorpeligen Aufbau geprägt. Bei idealen Voraussetzungen paßt der runde Hüftkopf genau in die Hüftpfanne, die ihn übergreifend einbettet und umschließt.

Bei der Hüftdysplasie ist die Hüftpfanne nicht ausreichend entwickelt. Sie ist zu steil und zu klein. Der knorpelige Hüftkopf hat keinen idealen Halt und rutscht im Extremfall aus der Pfanne heraus. Wird dieses Ereignis zu spät bemerkt, kommt es zu einer erheblichen Schädigung des erkrankten Hüftgelenkes. Minderbelastbarkeit und Hüfthinken bis hin zum früheren Verschleiß des Hüftgelenkes sind die Folgen.

Bis vor einigen Jahren war die Hüftdysplasie nur durch die Röntgenuntersuchung genau zu diagnostizieren. Diese bedeutete immer eine Strahlenbelastung für den Säugling bzw. das Kleinkind. Oft konnten durch die zu späte Diagnose die negativen Folgen der Hüftdysplasie nicht mehr verhindert werden, so daß vielfach schon bei jungen Erwachsenen künstliche Hüftgelenke eingebaut werden mussten, um Schmerzen und Immobilität zu entgehen. Vor mehr als 40 Jahren haben Orthopäden die Möglichkeit geschaffen, die Hüftdysplasie mit Hilfe des Säuglingsultraschalles direkt nach der Geburt verlässlich zu beurteilen und damit eine frühe Behandlung zu ermöglichen. Die Meßmethode ist bereits in den ersten Lebenstagen sehr genau und kann bei allen Säuglingen angewandt werden, da beim Ultraschall im Gegensatz zum Röntgen keine Strahlenbelastung vorliegt.

Die erste Ultraschalluntersuchung der kindlichen Hüftgelenke sollte nach den aktuellen Empfehlungen spätestens in der 4. - 6. Lebenswoche erfolgen!

Wird zu diesem Zeitpunkt eine fehlentwickelte Hüfte erkannt, kann meist durch eine relativ kurzzeitige Abspreizbehandlung (Spreizhose oder Schiene) der Hüftkopf so in der Pfanne zentriert werden, daß der Säugling durch seine eigenen Strampelbewegungen die weiche ungenügend ausgebildete Pfanne in eine funktionsgerechte Pfanne umformt. Je nach Schweregrad der Dysplasie ist eine solche Normalisierung der Hüftgelenkspfanne meist schon nach 2 - 3 Monaten erreicht. Bei Ausheilung der Dysplasie hat das Kind im späteren Leben eine normale und voll belastbare Hüfte.
Je früher die Diagnose gestellt und die Behandlung begonnen wird, desto günstiger ist die Prognose. Eine leichte, früh erkannte Hüftdysplasie kann so in fast allen Fällen zur Ausheilung gebracht werden. Spätere Operationen (Umstellungsoperationen von Pfanne und Kopf, künstliche Hüftgelenke) können so in vielen Fällen verhindert werden.

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